Die Erzählung der sauberen Elektromobilität zeigt weitere Risse: Erst vor einer Woche berichtete die “Bild”-Zeitung unter der Bezeichnung “Tatort Erde” von den Verheerungen, die der Abbau von Lithium für Elektroautos in der chilenischen Atacama-Wüste hinterläßt. Und daß die Elektromobilität CO2-neutral sei, glaubt keiner mehr, der auch nur ein paar Minuten im Internet gesucht hat.

Bei den dunklen Schatten, die sich über der Elektromobilität ausbreiten, handelt es sich übrigens bisweilen um Rauchwolken: Vor wenigen Wochen zeigte ein verheerender Unfall im österreichischen Kössen die Risiken elektrischer Fahrzeuge auf.

Tesla Model S. Foto: Feuerwehr Tirol

Es war der 4. Oktober, als Tesla-Besitzer Dominik Freymuth mit seinem Tesla P85D von der Straße abkam, eine Leitplanke touchierte und anschließend gegen einen Baum prallte. Trotz des eher moderaten Blechschadens ging das von Medien und Politik hochgelobte Oberklasse-Auto sofort in Flammen auf.

Freymuth konnte sich nicht selbständig befreien; sein Leben hat er einem nachfolgenden Autofahrer zu verdanken, der trotz mehrerer Explosionen nicht lockerließ und den unglücklichen Besitzer aus dem Auto zerrte. Die “tz” berichtet von einem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt, davon vier Tage auf der Intensivstation – nicht zuletzt wegen der eingeatmeten toxischen Dämpfe aus dem brennenden Akku.

Drei Feuerwehren waren damit beschäftigt, den wütenden Brand zu löschen, bevor das Wrack zum Auskühlen in einen Spezialcontainer versenkt wurde. Entsorgt ist der Elektroschrott übrigens noch lange nicht. Die “Kronen-Zeitung” berichtet von einer schier unglaublichen Odyssee des Entsorgungsunternehmens. Das Auto, das in gebührendem Sicherheitsabstand zu anderen Fahrzeugen abgestellt werden mußte, könnte noch immer unter Strom stehen.

Der Dirigismus feiert fröhliche Urständ

Volkswagen ID.3 und Angela Merkel

Angesichts der Umwelt- und Sicherheitsprobleme von Elektroautos sorgt die ungebrochene Begeisterung der Politik für Erstaunen. Noch am Montag ließ es sich die Bundeskanzlerin nicht nehmen, beim Produktionsanlauf des Volkswagen ID.3 in Zwickau ihr beharrlich vorgetragenes Bekenntnis zur E-Mobilität zu erneuern.

Die Ergebnisse des “Autogipfels” von dieser Woche verstören: Massive dirigistische Markteingriffe sollen der fragwürdigen Vision den Weg ebnen. So werden die schwach abgefragten Subventionen für Elektroautos großzügig aufgestockt und verlängert. Zudem soll die Zahl der Ladestationen bis zum Jahr 2030 auf eine Million steigen. Dementsprechend müßte alsbald hektische Bautätigkeit einsetzen, denn das ausgegebene Ziel bedeutet, daß pro Tag nicht weniger als 264,8 neue Ladestationen installiert werden müssen.

Dominik Freymuth hat dafür keinen Bedarf mehr. Laut “Krone” ist der Tesla-Eigner, der sich sein Auto wegen der drohenden Einfahrverbote in München zugelegt hat, mit der Elektromobilität fertig: „Noch einmal so ein Fahrzeug – da könnte ich meinem Retter nicht mehr in die Augen sehen”, zitiert ihn das Blatt.


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